Grippeimpfung

Für wen ist eine Grippeimpfung wichtig?

Mit der kalten Jahreszeit naht auch die Grippezeit. Eine mehr oder weniger ausgeprägte Grippewelle gibt es in so gut wie jedem Winter. Die STIKO (ständige Impfkommission) empfiehlt als besten Schutz gegen die Ansteckung mit Influenzaviren eine jährliche Grippeimpfung. Vor allem Menschen, die einer Risikogruppe (chronisch Kranke, Schwangere, Senioren der Altersgruppe 60+, medizinisches Personal etc.) angehören, sollten auf den Impfschutz auf keinen Fall verzichten. Für Senioren der Altersgruppe 60+ erfolgt immer eine Kostenübernahme durch die Kasse.

Eine echte Grippe ist keine harmlose Erkrankung. Zwar verlaufen 80 Prozent der Fälle leicht bis mittelschwer, jedoch sind während jeder Grippewelle auch Todesfälle zu beklagen. Experten des Berliner Robert-Koch-Instituts haben hochgerechnet, dass im Winter 2014/2015 rund 6,2 Millionen Menschen wegen Grippebeschwerden einen Arzt aufsuchten, etwa 30.000 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahl der jährlichen Grippetoten schwankt, den höchsten Wert verzeichneten die Medizinstatistiker während der Grippesaison 2012/2013 mit etwa 20.000 Todesopfern.

Welche Impfempfehlung gibt die STIKO ab?

Im Hinblick auf den Impfschutz gegen Grippe gibt die STIKO (ständige Impfkommission) – ein Expertengremium des RKI – seit Jahren eine eindeutige Empfehlung ab. Impfen lassen sollen sich vor allem Personen, die einer Risikogruppe (chronisch Kranke, Schwangere, Senioren der Altersgruppe 60+, medizinisches Personal etc.) angehören. Auch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhten gesundheitlichen Gefährdungen durch Vorerkrankungen, Personen mit Kontakten zu zahlreichen anderen Menschen (Lehrer, Busfahrer, Verkäufer … ) sowie alle, die direkten Kontakt zu Wildvögeln oder Hausgeflügel haben, gilt eine dringende STIKO-Impfempfehlung. Für Schwangere ist eine Grippeimpfung insbesondere wichtig, wenn ihre Schwangerschaft vorwiegend in die Zeit einer möglichen Grippewelle fällt.

Warum ist jedes Jahr eine erneute Grippeimpfung nötig?

Grippeviren unterliegen ständigen genetischen Mutationen, so dass in jedem Jahr eine erneute Impfung nötig ist. Die jeweiligen Virenstämme werden durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, die Zulassung der Impfstoffe in Deutschland erfolgt durch das Paul-Ehrlich-Institut. Üblich ist die Immunisierung mit einem Dreifachimpfstoff, der gegen drei unterschiedliche Virenstämme wirksam ist. Daneben ist auch eine Vierfachimpfung auf dem Markt, die von Impfexperten jedoch nicht für zwingend erforderlich gehalten wird. Der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung sind die Monate Oktober und November, da eine Grippewelle hierzulande meist um den Jahreswechsel einsetzt. Der Impfschutz setzt etwa zwei Wochen nach dem Spritzen ein.

Vollständiger Impfschutz oder Restrisiko?

Ein vollständiger Impfschutz wird durch eine Grippeimpfung nur bedingt erreicht, da sich die Virenstämme während der Produktion des Impfstoffs noch verändern oder während einer Grippewelle neue, bisher unbekannte Mutationen eine Rolle spielen können. Jedoch ist ein vollständiger Impfschutz nur eine Seite der Medaille. Bei geimpften Menschen verläuft eine Grippeinfektion meist milder, zudem sinkt das Ansteckungsrisiko mit der Anzahl der Geimpften.

Grippeimpfung – grundsätzlich Kostenübernahme durch die Kasse?

Eine Kostenübernahme durch die Kasse erfolgt für Senioren der Altersgruppe 60+ automatisch. Für alle anderen in einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherten gilt: Rund die Hälfte der Kassen zahlt eine Grippeimpfung ohne Einschränkungen für alle Mitglieder, die anderen Kassen übernehmen die Kosten nur für die Angehörigen einer weiteren Risikogruppe (chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal etc.). Wer seine Grippeimpfung selbst bezahlt, muss mit Kosten zwischen 20 und 50 Euro rechnen.

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