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Unsicherheit hat sich breit gemacht. Muss sich Deutschland auf eine schwere Grippewelle einstellen? Immerhin geben die diesbezüglichen Zahlen aus Australien Anlass zur Besorgnis. Denn die Zahlen der Influenza-Fälle sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in vielen Teilen des Landes teilweise mehr als doppelt so hoch. Zudem hat es bereits im vergangenen Jahr in Deutschland Probleme mit dem entwickelten Grippeimpfstoff gegeben. Die Wirksamkeit ließ damals angesichts von insgesamt 67.471 Erkrankungen deutlich zu wünschen übrig. Im Vergleich zum Jahr 2013/2014 wurden zehnmal mehr Influenzaerkrankungen registriert. Von dem neu zusammengestellten Grippeimpfstoff versprechen sich die Experten nun aber eine weitaus bessere Schutzwirkung.

Neu entwickelter Impfstoff berücksichtigt mehr Virusvarianten

Nachdem zahlreiche Experten kritisierten, dass sich der letztjährige Impfstoff nicht hinreichend wirksam gegen Virusvarianten zeigte, hat die Weltgesundheitsorganisation prompt reagiert. Die Organisation empfahl schon frühzeitig eine entsprechend veränderte Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes. Als verbesserungswürdig wurde dabei vor allem die Übereinstimmung der einzelnen Impfstoffkomponenten eingestuft. Schließlich soll es hier im vergangenen Jahr respektive in der Grippesaison 2014/2015 bei mindestens einer der drei bzw. vier Komponenten zu einer nicht optimalen Übereinstimmung mit den in erster Linie auftretenden Influenza-Viren gekommen sein. Genau dieser Umstand habe dann zu der Schwere der Grippewelle in Deutschland beigetragen bzw. diese extrem begünstigt.

Die nunmehr eingesetzten dreivalenten Influenzaimpfstoffe sind demnach jetzt auch auf Antigene der bekannten Influenzaviren ausgerichtet. Auch die bereits identifizierten Influenza-Typen, die in Australien zirkulieren, sind im dem neu zusammengestellten Impfstoff enthalten. Demnach scheint Deutschland im Grunde genommen bestens für die erwartete Grippewelle gerüstet. Allerdings kann sich dies schnell als Trugschluss herausstellen. Fakt ist nämlich, dass sich das Influenza-Virus quasi täglich in seiner Struktur sowie in den sich ergebenden Kombinationsmöglichkeiten verändert. Ob der neu zusammengestellte Impfstoff bzw. eine entsprechende Impfung daher dann auch wirklich über eine vollumfassende Wirksamkeit verfügt, wird sich erst in der Praxis herausstellen.

Gerade für Risikogruppen ist eine Impfung quasi unerlässlich

Obwohl das tatsächliche Ausmaß der Grippewelle noch nicht vorhersehbar ist, verdichten sich die Anzeichen, dass der im vergangenen Jahr in Australien wütende H3N2-Virus besonders gefährlich für ältere Menschen ist. Mit Gewissheit können entsprechende Krankheitsverläufe aber nicht vorausgesagt werden, dazu existieren schlichtweg viel zu viele Komponenten, welche die letztendliche Schwere eines Krankheitsverlaufs maßgeblich beeinflussen. Eine Grippeimpfung ist trotz dieser Unwägbarkeiten und Eventualitäten immer empfehlenswert. Gerade Risikogruppen können so die Gefahr, an einer Grippe zu erkranken, drastisch senken bzw. minimieren. Zu den Risikogruppen zählen gemeinhin chronisch Kranke, Kleinkinder und Säuglinge, schwangere Frauen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder ältere sowie pflegebedürftige Personen.

Robert Koch Institut warnt: Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer sind besonders gefährdet

Ferner gelten auch Ärzte und Krankenschwestern bzw. entsprechendes Pflegepersonal sowie Menschen, die in regem Kontakt mit anderen Menschen stehen, als Risikopersonen in Bezug auf eine etwaige Grippeerkrankung. Angesichts der aktuellen Lage laufen zudem insbesondere die Flüchtlinge in den Notunterkünften sowie die sich dort humanitär engagierenden Flüchtlingshelfer Gefahr, von der meistens um die Jahreswende einsetzenden Grippewelle voll erwischt zu werden. Nicht umsonst hat das renommierte Robert Koch Institut (RKI) explizit dieser Personengruppe zu einer entsprechenden Grippeimpfung geraten. Etliche Prominente schließen sich der Empfehlung des RKI an und rufen öffentlich dazu auf, die zur Verfügung stehenden Schutzmöglichkeiten gegen eine Grippeerkrankung präventiv zu nutzen.

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